Mürringen

 

Höhenmeter: ca. 655 m

Stand : 01.01.2017
Einwohnerzahlen: 649
Anzahl Haushalte: 249

Der Ort liegt auf dem Höhenrücken zwischen den Fließgewässern der Holzwarche im Norden und des Tiefenbachs im Süden.  Als erste Spur menschlicher Anwesenheit auf diesem Flecken kann eine Feuersteinspitze gelten.  Sie wurde im Jahre 1982 „Auf der Luft“ gefunden und wird rund 6000 Jahre alt geschätzt. 

Über den Ursprung des Dorfes wissen wir noch wenig.  Fachleute bringen die Siedlung allerdings mit dem sogenannten Moerica in Verbindung, einem vermeintlich römischen Etappenort; er lag vielleicht auf dem Mürringer Berg an einer Straßennebenverbindung.  Andere deuten die Endung -ingen als Beweis einer fränkischen Gründung ab dem 5. Jh.  

Ins Licht der Vergangenheit tritt ein Uurenige dagegen im 13. Jh.  Ritter Kuno von Reuland gibt der Abtei Stavelot-Malmedy eine Vogtei gleichen Namens zurück.  Der Burg- und Grundherr Arnold von Reuland war es schließlich, der Friedrich von Schleiden im Jahre 1301 Mürringen mitsamt Wald verkaufte.  Die Freyherrschaft Moerungen oder Moyryngen erlebte nun eine fast 500 Jahre dauernde Zugehörigkeit zur Grafschaft Schleiden.  Herrschaftliche Rechte übten die Schleiden-Jünkerather, dann die Manderscheider und schließlich die Arenberger aus.  Erst mit den Franzosen endete diese alte Zeit. 

Eine erste Beschreibung der freiherrschaftlichen Grenzen datiert aus dem Jahre 1776.  Innerhalb dieses Territoriums lag der sog. „Dreyherrenwaldt“.  In ihm hatten nicht nur die Mürringer Dorfbewohner das Recht auf Holz- und Weidenutzung.  Auch die Nachbarorte der späteren Gemeinden Rocherath und Büllingen hatten Zugang.  Das Jagdrecht allerdings war in alter Zeit in den Händen dreier Grundherren geblieben: den Schleiden-Jünkerathern eben, doch auch den Oraniern (Bütgenbach, St. Vith) sowie Kurtrier (Schönberg).  Zur Wahrung ihrer Waldrechte bestellten die Schleidener dem Dorf einen Wehrmeister und vier Förster.  Ihr Handlungsrahmen bildete das Mürringer Weistum, eine Waldordnung, die im Jahre 1518 erstmals verschriftet wurde.

Die Schleidener Schlossherren waren es ebenfalls, die dem Ort neben dem Wald- sogar ein Hochgericht zugestanden.  Es durfte über Hals und Bauch entscheiden, also Todesurteile aussprechen.  Ein Galgen soll der Sage nach am Pitterbaum, an einem Fußweg Richtung Büllingen gestanden haben.  Sagenhaft ist auch eine auf der Flur Ledescht wüstgefallene Siedlung.  Zwar entbehren die bisher bekannten Urkunden oder mittelalterlichen Schriften eines entsprechenden Hinweises, doch fördert die heutige Landwirtschaft bisweilen noch Scherbengut ans Tageslicht, das in die Pestzeit zurückdatiert werden kann. 

Während eine bereits im Jahre 1111 in Mürringen vermutete Kapelle wahrscheinlich recht früh in den kirchlichen Dunstkreis des 789 genannten Königshofs Büllingen gelangt war, wird die Pfarre Mürringen-Hünningen erst im Jahre 1803 aus der Taufe gehoben.  Zu Pfarrpatronen werden Antonius der Eremit und Barbara berufen.  Die im Westen des Dorfes stehende Kapelle geht auf eine Stiftung zurück.  Im Jahre 1701 verirrte sich in ihrer Nähe ein Mensch im Schneesturm.  In seiner Not versprach er bei Rettung den Bau eines Bethauses. 

Heute verfügt das Dorf über Kirche, Kindergarten, Primarschule, Vereinshaus, Spiel- und Fußballplatz.  In Saal und Gaststätten werden Feste gefeiert, es gibt Treffpunkte für die Jugend und Freizeitgestaltung.  Einige mittelständische Betriebe haben hier weiterhin ihren Sitz.  Aber zum Kaufen und Arbeiten muss man rausfahren. 

Das war nicht immer so.  Noch vor dem letzten Krieg lebten viele Familien als Selbstversorger von der Landwirtschaft und verdingten sich als Waldarbeiter.  Bis weit in die 1970er Jahre hinein führte ein Großteil der Haushalte noch eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb.  Es gab Bäckereien, Geschäfte und Handwerker (Schreiner, Schuster, Schmiede …).  Mit der ansteigenden Nachfrage nach Arbeitskräften und der Einrichtung von Gewerbezonen ab den 1960er Jahren verblasste das Beschäftigungsangebot innerhalb der Dorfgrenzen.

Der weiße Stein legt am Bocksvenn 690 m über dem Meeresspiegel
Dieser "Weiße Stein" bezieht seinen Namen von einem altersgrau gewordenen Findling.
Seine Größe beträgt 272 x 207 x 152 cm.
Seine Tiefe konnte bis heute nicht festgestellt werden.

 

 

 

Auch die Mürringer sehen ihren Ort als den am höchst gelegenen in Belgien.

Auch das soziale Miteinander in Mürringen wird durch das rege Vereinsleben geprägt: Spielmannszug, Musik- und Theaterverein oder Karnevalsgesellschaft - Vereine wie diese gestalten über das Jahr das Leben im Dorf.

Seit 2015 verfügt der Ort über einen dorfeigenen Saal.  Die Dorfgemeinschaft übernahm den privat betriebenen Dorfsaal "Jaspesch".  Er bietet das Forum für viele Aktivitäten: Konzerte, Discos oder einmalig in unserer Gemeinde - zwei Kappensitzungen aufgrund der hohen Nachfrage.

Mürringen verfügt zudem über eine Kneipe, eine Grundschule sowie eine "Kreative Werkstatt", die ganzjährig Aktivitäten von Handwerkskursen über Kinderanimation bis hin zu Yoga oder Zumba für ein regionales Publikum anbietet.