Krewinkel

 

Höhenmeter : ca 565 m

Stand : 01.01.2017
Einwohner : 84
Anzahl Haushalte : 42


Die Siedlung enstand an der Ostseit des Hofes Manderfeld und entwickelte sich hier zu einem Zentrum.  Dazu trug sicherlich das hohe Alter des Ortes bei, der erstmals im Jahre 1397 urkundlich erwähnt wird.

In diesem Jahr (1397) verpfändeten die Herren von Daun, die in Manderfeld, Auw und Tornbach Besitz hatten, mehrere Güter und Dienstleute, darunter den Henkin Dewardt, Vogt zu Krewinkel, an Gerhard von Blankenheim.

Für die Deutung des Namens gibt es keine genauen Erklärungselemente.  Der Name der Ortschaft ist sicherlich nicht alltäglich.  Dennoch ist er im Eifelschrifttum nicht unbekannt.

Krinkelt (Gemeinde Büllingen) und Krekel (früher Kreis Schleiden) treten in nach-mittelalterlichen Urkunden unter der Schreibweise Krewinkel auf.  Kein Wunder, dass diese Namensgleichheit zu manchen Verwechslungen führte, besonders wenn der Kontext der Erwähnung nicht deutlich ersichtlich ist.  Krinkelt und Krekel sind Schrumpfnamen von Krewinkel.

Wann und wieso diese Namensbildung geschah, kann nicht mehr nachvollzogen werden.  Jedenfalls muss Krinkelt bei der Erwähung von 1397 ausgeschlossen werden; das historische Umfeld ist nicht vorhanden.

Krekel hingegen kann bei der Prüfung der Urkunde von 1397 eventuell in Betracht gezogen werden.

Die Funde, die in den vergangenen Jahrhunderten besonders am "Römerberg" gemacht wurden, weisen aber auch darauf hin, dass Krewinkel bereits zur Römerzeit besiedelt (ca 57 v. Chr. bis ca 450 n Chr.) gewesen sein könnte.

Was die volkskundliche Stellung des Römerbergs besonders reizvoll gestaltet, ist die Sage des goldenen Kalbes.  Das goldene Kalb soll ein Schatz sein, der im Inneren des Berges verborgen liegen soll.

Zu der extremen materiellen Not gesellte sich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges auch noch die Pest, die nachweislich 1624 in Krewinkel wütete.

 

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt Krewinkel ein amtlich geregeltes Schulwesen.

Bau einer Schule im Jahr 1862. Im Juni 1982 wurde die Volksschule geschlossen.

Der Kirchenchor erhielt über einen Erbpachtvertrag von der Gemeinde die Genehmigung, das ausgediente Schulgebäude als Gesangslokal benutzen zu dürfen.

 

 

Die beiden Weltkriege haben in Krewinkel tiefe Spuren hinterlassen.  Mit dem 1. Weltkrieg ging eine Welt zu Ende, die bis dahin geordnet und gutgefügt schien.  Der Staatswechsel, die politische Neuorientierung, die sozial-wirtschaftlichen Umwälzungen, besonders in der Landwirtschaft sind die Elemente dieses Umdenkens.

1928 - 1929 : Bau eines Pfarrhauses

Von September 1944 bis Februar 1945 war Krewinkel Frontgebiet.  In den Tagen des 9. bis zum 12. September 1944 hatten die meisten Bewohner ihre Häuser verlassen und hatten sich in die von Amerikanern kontrollierte Etappe zurück gezogen, wo sie allerndings am 16. Dezember 1944 von der Rundstedtoffensive überrascht wurden.

 

Quelle : Bücher : Der Winkel am Römerberg und 1150 Jahre Manderfeld

 

 

 

Das Bild Krewinkels wird durch die eindruckvolle Kapelle im Zentrum des Weilers geprägt.

Ihr Baujahr ist unbekannt. Wahrscheinlich wurde sie vor 1600 im gotischen Stil gebaut.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurden während der Sanierung des weitgehend verfallenen Gotteshauses an der Ostseite des Chorraumes Wandmalereien entdeckt.  Der größte Teil der ursprünglichen Wandmalereien im Chorraum ist verloren gegangen.  Die Malereien stammen wohl aus dem ersten viertel des 16. Jahrhunderts. Sie zeigen, drei Felder unterteilt, unten ein ornamentales Motiv, darüber sechs Heilige (wahrscheinlich Apostel) und im oberen Bereich links vom Fenster vermutlich den Einzug der Seeligen ins Paradis.  Rechts vom Fenster erkennt man den Erzengel Michael mit einer Seelenwaage.

Heute dient die Kapelle als Ort kultureller Veranstaltungen.

 

 

 

Bau einer neuen modernen Kirche, welche im Jahr 1964 eingeweiht wurde.  Es ist ein helles, großräumig angelegtes Gotteshaus mit einer zaghaften Anlehnung an gotische Stillformen.