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Sehenswertes: Wirtzfeld

Mini-Chronik von Wirtzfeld 

 

1157 :

Wirtzfeld wird zum ersten Mal erwähnt bei der Fixierung des Wildbanns des Erzbischofs von Köln.

1501 :

Es gibt 17 Feuerstellen (Häuser).

Damit ist Wirtzfeld bei weitem das größte Dorf des Hofgebietes Büllingen .

Anscheinend gibt es zu dieser Zeit in unserem Dorf drei Mühlen.

1552-1553 :

Die älteste  Feuerstättenliste mit Hausnamen stammt aus diesen Jahren.

Hierunter ein Feuerstättenverzeichnis aus dem 1561

1601 :

Der Eintragung in einem alten Lagerbuch zufolge, ist die Kirche im Jahre 1601 an Stelle einer Kapelle errichtet worden. Vorher mussten die Wirtzfelder zum Gottesdienst nach Büllingen. Viele Dienste müssen sie aber weiterhin in Büllingen besuchen. Auch die Rocherather und Krinkelter kommen jetzt zur  Messe nach Wirtzfeld.

Die Anlage eines Kirchhofes in Wirtzfeld für die drei Dörfer wird eingesegnet, weil der Büllinger Friedhof zu klein wird.

1617 :

Der Hof von Büllingen wird von den Truppen des Fürsten von Anhalt (Hessen) ausgeplündert.  Wirtzfeld ist von Söldnern überschwemmt, die dem Volke alles abnehmen, was sie brauchen können (so wurden sie bezahlt!) und die vor blutigen Grausamkeiten nicht zurückschrecken. Wirtzfelder, die in die Kirche geflohen sind, werden niedergemetzelt, die Altäre werden zerschlagen.

1618 bis 1648 :

Der Dreißigjährige Krieg verlangt auch Opfer in Wirtzfeld. Pfarrer Born (1620-35) beklagt sich darüber, dass er abends von Haus zu Haus gehen muss, um Jung und Alt das Vaterunser zu lehren. Regelmäßiges Abhalten des Gottesdienstes, der Christenlehre und der Schule würden durch die Kriegshorden, die kein Menschenleben schonten und die Kirchen verwüsteten, unmöglich gemacht.

1621 :

Wirtzfeld hat 23 Haushalte.

(Zum Vergleich: St. Vith 140, Büllingen 23)

1656 :

Aus diesem Jahr gibt es eine Besitz-und Namensliste. (Siehe unten)

1687 :

Erst jetzt wurden die entweihten Kirchen durch Weihbischof D’Anethan wieder geweiht.

1690 :

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kommt Wirtzfeld in den Genuss einer Frühmess- und Schulstiftung, die dem Unterhalt und der Entlohnung eines Frühmessners und Schulvikars dient.

1701 :

Wirtzfeld bekommt als eines der ersten Dörfer in der Eifel eine Schule. Ein Frühmessner übernimmt die Aufgabe, die Schule von Allerheiligen bis zu Ostern halten. Er soll auch samstags und sonntags Christenlehre halten. Die Frühmessnerstelle wurde durch eine Stiftung der Familie Velz-Lamberty ermöglicht.

1713/14 bis 1794 :

Das Herzogtum Luxemburg (und damit auch Wirtzfeld) fällt an die Habsburger und gehört nun zu den "Österreichischen Niederlanden".

1771 bis 1778 :

Der Graf Von FERRARIS fertigt die erste Landkarte im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia von Österreich an .

Auf dieser Karte ist zu erkennen, dass der größte Teil der Landschaft aus Büschen und Hecken, Heiden, Morästen und anderen Ödflächen besteht. Sie bedecken 80 % der Fläche. Die Äcker (13 %) befinden sich in der Nähe der Dörfer. Direkt am Haus liegen die Hauswiesen ("Peschen",). Sie sind von Hecken oder Holzzäunen eingefriedet. Die übrigen Heuwiesen liegen  in der Nähe der Bachläufe.

1789 :

Der Dreiherrenwald wird aufgeteilt. Wirtzfeld erhält 1019 Morgen (Wert 28.834 Gulden)

1794 :

Jetzt sind es die Franzosen, die das Dorf ausplündern. Die Altäre bleiben diesmal allerdings verschont.

1798 :

Geschätzter Viehbestand in Wirtzfeld:

18 Ackergäule, 26 Pferde, 63 Ochsen, 220 Kühe, 77 Kälber und Jungtiere, 500 Schafe, 3 Ziegen, 57 Schweine

1815 :

Durch den Wiener Kongress gehört Wirtzfeld ab 1816 zum Königreich Preußen, Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Aachen, Kreis Malmedy, Bürgermeisterei Büllingen.

Wirtzfeld hat mit 458 die höchste Einwohnerzahl in Büllingen (mit den 7 Dörfern Büllingen, Wirtzfeld, Rocherath, Krinkelt, Honsfeld, Hünningen, Mürringen).

1825 :

Die allgemeine Schulpflicht wird eingeführt, was auf Widerwillen bei den meisten Eltern stößt. Die Kinder fehlen deshalb auch häufig, weil sie auf dem Feld arbeiten oder das Vieh hüten müssen. Auch die häufigen Epidemien (durch widrige Witterung und unhygienische Lebensumstände), sorgen für einen dürftigen Schulbesuch.

1828 :

Die Handwerker in Wirtzfeld: 3 Schuster, ein Schlosser, 2 Schreiner, ein Schmied, ein Hufschmied, ein Schneider, 2 Näherinnen

Die Gewerbe in Wirtzfeld: 2 Kaufleute, ein Hausierer, ein Gast- und Schankwirt, ein Bäcker, ein Getreide- und Ölmüller, ein Ölmüller

Fast alle betreiben zusätzlich Landwirtschaft, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Zu Wirtzfeld wird ein Schulhaus für 867 Taler angekauft. Die Kosten werden durch den Verkauf von Gemeindegütern gedeckt.

1855 :

Das Pfarrhaus (mit Strohdach) brennt völlig ab. Dabei werden viele alte Urkunden vernichtet.

 

1886 :

Wirtzfeld hat 436 Einwohner.

In der Schule sind um die 100 Kinder.

Das sind die meistgekauften Waren in den Lebensmittelläden von Wirtzfeld:

Petroleum, Mehl, Salz, Schwefel, Seife, Essig, Kaffee und Schnaps. (Siehe „Schuldenbuch“ der Familie SCHULZEN, im Schaukasten)

1905 :

Noch eine technische Neuerung hält Einzug in Wirtzfeld: ein Telefonanschluss für alle.

1908 :

Gewerbliche Betriebe in Wirtzfeld:

2 Gast- und Schankwirtschaften, 2 Spezereiwarenhandlungen, 2 Schuster, ein Schmied, 4 Schreiner, ein Bäcker, 2 Schneider

 

1910 :

Landwirtschaftliche Zählung:

81 Gehöfte, 71 mit Vieh, 74 viehhaltende Haushaltungen, 19 Pferde, 543 Rinder, keine Schafe, 192 Schweine.

Ergebnis der Volkszählung vom 1.12.1910:

80 bewohnte und zwei unbewohnte Wohnstätten, 78 Haushalte mit mehr als 2 Personen, 11 einzeln lebende Personen, 197 männliche und 192 weibliche Personen.

1913 :

Die Sägerei Heinzkyll (heute CLC-Hotel) produziert Strom mit Wasserrädern und später mit Turbinen. Viele Haushalte sind angeschlossen. Damit ist Wirtzfeld eines der ersten Eifeldörfer, die mit Strom versorgt werden.

Dank der Unterstützung aus Staats- und Provinzfonds wird von 1911-1913 die erste Wasserleitung in Wirtzfeld angelegt. Das Wasser des Hinterbaches wird in Kanälen gesammelt und zu einem Sammelbecken geführt.

1914-1918 :

Der Erste Weltkrieg - Der anfänglichen Begeisterung bei den meisten über den Kriegsausbruch folgt schnell die Ernüchterung. Die Preise steigen, viele Lebensmittel und Gegenstände werden knapp. Weitaus schlimmer sind die Menschenverluste, so verlieren 17 junge Wirtzfelder ihr Leben.

1920 :

Der Generalleutnant Baltia ist Hoher Komissar über uns "Neubelgier" und hat sehr große Befugnisse. Er soll in einer Übergangszeit die Kantone Malmedy, Eupen und St. Vith (mit Wirtzfeld) politisch und rechtlich in Belgien einfügen.

In einer vermeintlichen Volksbefragung können auch die Wirtzfelder dagegen protestieren, dass Eupen-Malmedy belgisch werden soll. Die meisten wollen zwar deutsch bleiben, weil Belgien ihnen fremd ist, aber die belgische Regierung sorgt dafür, dass fast keiner es wagt, sich in eine Protestliste einzutragen.

Wirtzfeld gehört also zu Belgien, unser Oberhaupt heißt nun König Albert I.

1924 :

Um das Jahr 1924 wird ein neues Schulgebäude (jetziger Kindergarten) mit Lehrerwohnung ( jetzt Vereinsheim) errichtet. In diese Zeit fällt auch die Eröffnung einer zweiten Klasse aufgrund der ständig steigenden Schülerzahlen.

1933 :

Wirtzfeld zählt jetzt 519 Einwohner, die höchste Zahl aller Zeiten, Zukunft wahrscheinlich eingerechnet.

1939 :

In Wirtzfeld gibt es fünf Lebensmittelläden :

Der Konsum (Geschwister MIEßEN),

in Kriemisch, in der Lohmühle, in Kettringen und bei Löjes.

 

1940 :

Am 10. Mai marschieren deutsche Truppen in das neutrale Belgien ein. Von vielen "Neubelgiern" werden sie begeistert empfangen. Die fast reibungslose Besetzung wurde auch durch ostbelgische Deserteure der belgischen Armee erleichtert, die schon vorher zu den Deutschen übergelaufen waren und bei den "Brandenburgern" dienten; darunter auch einige Wirtzfelder.

1944 :

Die Lage wird immer kritischer und am 7. Oktober wird die ganze Dorfbevölkerung nach Malmedy evakuiert. Nur zehn Männer bleiben zur Versorgung des Viehs im Dorf zurück.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember wird Wirtzfeld ein Schauplatz der Rundstedt-Offensive: Alle Häuser sind bombengeschädigt oder ganz zerstört, das Vieh verendet.

 

1945 :

Wirtzfeld musste einen hohen Blutzoll zahlen: 20 Gefallene, 13 Zivilopfer, 11 Vermisste. Die Ortschaft ist größtenteils zerstört, besonders der "Arebüschel".

Am 8. Mai endet der 2.Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reiches in Europa.

1946 :

Ein Unglück ruft viel Trauer, Schmerz und Bestürzung in Wirtzfeld hervor: 4 Wirtzfelder fallen mit ihrem Pferdegefährt auf der Heide einer Mine zum Opfer.

1977 :

Die Gemeinde Rocherath (mit Wirtzfeld und Krinkelt) muss mit den Gemeinden Büllingen und Manderfeld zur Großgemeinde Büllingen fusionieren, auch wenn die Bevölkerung dies ablehnt. Man befürchtet, dass die Einkünfte des Waldes mit anderen geteilt werden müssten, was eine höhere Besteuerung zur Folge hätte.

1980er Jahre

Der Musikverein „Echo“,Wirtzfeld baut sein eigenes Probelokal; der Verkehrsverein baut das Lokal „Zum Holzwarchetal“, das als Kantine für den Hobby-Fußballklub „Grün-Weiß Wirtzfeld“ dient, aber auch für Dorffeste (Kirmes) und Dorf- und private Feste genutzt wird.

Der Fußballplatz und der Kinderspielplatz wurden ebenfalls angelegt.

Die DG bezuschusste beide Projekte.

1982:

Die Kirche wird wegen ihres künstlerischen und historischen Wertes durch königlichen Erlass als Baudenkmal eingestuft.

1994 :

Das „Kirchenwäldchen“ unterhalb der Kirche hat einer schmucken Anlage bestehend aus Sträuchern, Bäumen, Beeten und Pfaden Platz gemacht.

Eine Statue der Gottesmutter wurde inzwischen aufgestellt.

1998:

Innenanstrich der Pfarrkirche und Anbringung einer neuen Vertäfelung im Kirchenschiff.

1999

Die Friedhofsmauer wurde erneuert ; ein Teil wurde nicht mehr aufgebaut, sondern durch eine Laubhecke ersetzt.

1984 und 2001

Im Jahre 1984 gab eine Autorengruppe das Buch „Wirtzfeld – 150 Jahre Pfarre Sankt Anna“ heraus, im Jahre 2001 wurden die Wirtzfelder Pfarrregister in Druck gegeben.

2009

Einführung der Straßennamen in Wirtzfeld (Rocherath und Krinkelt)

Zwei zerstörte Fußfälle auf Wirtzfelder und einer auf Büllinger Gebiet wurden ersetzt. Alljährlich findet die sog. Fußfallprozession von Büllingen nach Wirtzfeld.

2010

Erneuerung des Außenverputzes an der Pfarrkirche.